Birte Riechers - Austauschland Australien

Ich bin mit einer anderen Austauschschülerin nach Australien geflogen. Der Flug war echt lang. 24 Stunden aber es hat sich auch gelohnt! Als wir uns also so langsam Australien näherten und dann schließlich über Australien flogen, wurden wir immer nervöser. Viele Fragen stellten wir uns wie z.B.: Wie wird die Familie sein? Wird man es dort für eine so
lange Zeit aushalten können? Und wird es Verständigungsschwierigkeiten geben? All diese Fragen klärten sich dann sofort als man ankam.
Meine Familie hat mir von Anfang an gefallen und von daher sah ich auch kein Problem mehr darin, dort, wie ich wollte, ein halbes Jahr zu bleiben. Auch war es nicht schwer sich zu verständigen. Natürlich kannte man nicht alle Wörter, die die Australier benutzten aber man konnte ja nachfragen oder wenn man es gar nicht verstand im Lexikon nachschlagen. Das Lexikon musste ich allerdings selten herbeiziehen. Zu Begin war es konzentrationsaufwändig sich zu Unterhalten, aber das legte sich auch sehr bald und nach einigen Wochen fing man dann sogar schon an auf englisch zu denken.

Die andere Austauschschülerin und ich sind am ersten Tag um 9:30 Uhr morgens in Adelaide angekommen nachdem wir von 4 bis 6 Uhr in Sydney Aufenthalt gehabt haben. Das heißt wir waren schon echt lange auf, wobei wir beim Flug natürlich auch nicht viel geschlafen hatten. Deshalb schien mir der erste Tag auch solange zu dauern. Meine Familie hatte mich mittags zum Essen eingeladen nach dem wir kurz zu Hause gewesen waren. Als wir danach dann wieder nach Hause kamen, hatte ich das Gefühl es müsste schon abends sein, was nicht der Fall war. Um 16:00 Uhr kam dann auch die erste Müdigkeitswelle vom Jetlack, die dann aber auch schon kurz später wieder vorbei war. An diesem Abend war ich froh, dass ich gut angekommen war und alles so wunderbar war, wobei ich natürlich auch müde war. Der Jetlack hatte auch einige Tage später noch auswirken, wobei ich auf dem Rückflug gar keinen bekam.
Nun hatte ich nach eine gute halbe Woche bis die Schule anfangen würde. In dieser Zeit hat meine Familie mir noch einige Sachen gezeigt, wir waren zum Beispiel auf einer Delphintour, und in einem "Wildlifepark".
Bevor am Dienstag die Schule begann, hatten alle Austauschschüler aus Adelaide, die zu diesem Halbjahr gekommen waren, eine Begrüßungsveranstaltung. Dort wurden uns einige spezielle Regeln, die eigentlich selbstverständlich waren, erzählt und man bekam Daten zu seiner Schule sowie einige Angebote für Reisen durch Australien. Dadurch bin ich auch dann auf einer Tour durch das Outback zum Ayers Rock gekommen.
Am nächsten Tag begann dann die Schule. Ich war in der Brighton Secondary School, in der es auch eine extra Lehrerin für die Austauschschüler gab, weil diese Schule immer sehr viele aufnimmt.
In der Schule in Australien trägt man eine Schuluniform was am Anfang etwas ungewohnt ist, aber woran man sich dann auch bald gewöhnt hat. Für das Halbjahr musste man jetzt 6 Fächer aus zwei Aufgabenfeldern wählen. Das heißt man hatte eigentlich alle Möglichkeiten offen. Ich hatte: Photography, Geology, English as a second language, Physical Education, French and Australian Studies. Einmal im Halbjahr hat man nur jeweils eine Klausur geschrieben, aber auch nicht in allen Fächern (nicht in Geology, Physical Education und Australian Studies). Zwischendurch hat man dann immer sogenannte Assessments geschrieben. Da musste man dann immer über eine bestimmte Zeit einige Aufgaben über ein bestimmtes Thema schreiben, die dann immer benotet wurden. Eine Note für die mündliche Mitarbeit gab es nicht so wirklich. Das war nur so eine Eindrucksnote.
Jetzt mache ich mal einen Sprung zu einer sehr viel späteren Zeit: Im Outback war ich 10 Tage lang mit einer Gruppe von 10 Leuten plus der Führer. In diesen 10 Tagen sind wir von Adelaide nach Alice Springs gefahren, was eine Stadt so ziemlich in der Mitte von Australien ist. Dort konnte man sich dann entweder absetzen oder auch zusätzlich noch eine Rückfahrt buchen, was ich getan hatte, das heißt ich hatte 2 Tage in Alice Springs Zeit und dann ging es 2 Tage lang auf direktem Weg von Alice Springs mit dem gleichen Führer zurück. Das war jetzt auch nur über ein ganz normales Reiseunternehmen gebucht.
Wir waren also mit einem Jeep und einem Anhänger unterwegs und haben jede Nacht unter freiem Himmel übernachtet. Das war echt irre, so einen Sternenhimmel habe ich noch nie gesehen. Erstens gab es ja weit und breit keine Stadt, die irgendwelche Lichter von sich gab und zweitens ist es ja der Himmel über der Südhalbkugel, der mit dem Kreuz des Südens und seinen Sternenbildern ganz anders als unser Himmel aussieht.
Im Outback war es tagsüber immer so um die 40° heiß und es gab auch nur warmes Wasser zu trinken, woran man sich aber nach einiger Zeit gewöhnt hatte. Das Wetter war jeden Tag total schön außer einmal als es gewittert hat. Am Ayers Rock waren wir natürlich auch, was ein Ereignis ist, was ich niemals vergessen werde.
Jetzt gibt es einen weiteren Sprung bis hin zu den Sommerferien im Dezember und Januar. Ich war über Weihnachten und Silvester auch in Australien, wobei es in dieser Zeit ziemlich warm in Australien war, weil die Jahreszeiten dort ja genau umgekehrt sind. Deshalb hatte ich auch kein wirkliches Weihnachtsgefühl, weil einfach das Wetter dazu fehlte. Der australische Weihnachtsmann sieht übrigens genauso aus wie bei uns, das heißt schön warm angezogen. Das kommt einem natürlich dann auch sehr komisch vor bei Temperaturen um die 30°-40°.
Im Januar war ich dann noch für eine Woche auf eigene Faust mit einer anderen Austauschschülerin aus meiner Familie in Cairns am Great Barrier Reef. Das war auch eine total gelungene Aktion, weil man Australien noch einmal von einer anderen Seite mit vor allem anderem Klima kennen gelernt hat. Tagsüber waren es immer so 32° und nachts so 26° und die Luft war so richtig feucht wie ich es mir vorher hätte nicht vorstellen können. Am Great Barrier Reef war ich dann auch Schnorcheln was total irre war. Diese Korallen und Fische, die da so in der Natur herum schwimmen kommen einem so schön und unecht vor. Just UNBELIEVABLE!!



Ich würde jedem in jedem Fall einen Aufenthalt im Ausland empfehlen, weil man einfach ganz neue und andere Erfahrungen macht. Man lernt ein neues Land eine andere Kultur und vor allem auch eine andere Sprache kennen. All dieses sind Erfahrungen, die man nicht so ohne weiteres später noch nachholen kann. Die Australier zum Beispiel sind viel offener und freundlicher, gerade beim ersten Treffen, als die Deutschen. Dadurch wird einem zum Beispiel auch allgemein klar wie man selber ist oder auch von anderen gesehen wird. Außerdem ist es auch ein Schritt zur Selbstständigkeit, weil man sich nicht mehr auf seine (deutschen) Eltern und deren Hilfe verlassen kann, sondern weil man andere Ansprechpartner finden muss oder viele Dinge auch selbst in die Hand nehmen sollte. In so einem Auslandsaufenthalt hat man viel Spaß,wobei man auch viel lernt.


