Hannes Feistenauer - Austauschland USA

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Mein Aufenthalt in den USA war in vielerlei Hinsicht von sehr spezieller Natur. Zum einen habe ich mir meinen Aufenthaltsort, sowie die Familie selber gesucht, zum anderen habe ich ein Jahr auf einer Insel in Alaska verbracht. 650 Einwohner, der nächste Baum hunderte Kilometer entfernt und Sibirien in Sichtweite. Wer sich dafür interessiert, der kann ja mal Gambell auf St.Lawrence Island suchen...

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Eines fällt immer auf. Sobald man aus Deutschland verreist, werden die Leute freundlicher. Das war in den Tiefen Alaskas sogar noch eher der Fall, denn in solcher Natur muss man schon allein zum Überleben sich auf andere verlassen können und außerdem braucht man auch Freunde um seine Freizeit mit ihnen zu verbringen.

tl_files/advised/berichte/feistenauer/Feistmenschen.gifMeine Gastfamilie war ungewohnt christlich, was mir allerdings nicht geschadet, sondern mich bereichert hat. Eine weitere Möglichkeit andere Sichtweisen und Lebenseinstellungen kennenzulernen. Auch die Schule war religiöser als in hiesigen Gefilden, wenn es dort auch lang nicht so auffällt. Das Sportangebot war einfach fantastisch. Ich war in Basketball, Ringen, Cross-Country Laufen,... da weiß man was man hier verpasst. Auch konnte ich vieles andere Erleben, was hier nie möglich gewesen wäre. Zwar werden nicht viele, die das hier lesen einmal Wale und Robben jagen und Eskimo Tanz betreiben, sagen kann ich es ja trotzdem mal.

Ein Auslandsaufenthalt ist kein Zuckerschlecken. Mal macht man schlechte Erfahrungen, mal kriegt man Heimweh, aber auch hier ist das Leben nicht immer einfach. Das nur zur Abschreckung. Abgesehen davon, dass man in Englisch wenn man zurückkommt fast zwangsläufig Klassenbester ist, profitiert man persönlich so viel von einem solchen Aufenthalt, dass ich ihn nie bereut habe. Man wird garantiert reifer, wie sagte mein Gastvater so schön: "Du kamst als Kind, und gehst nun als Mann." Man kann auch seine Toleranz entwickeln, wenn man sich bewusst wird, dass es für manche Sachen zwei, jeweils berechtigte, Sichtweisen geben kann und gibt, und man deshalb sein Gut und Böse denken aufgeben muss. Aber um nicht so speziell zu werden. Das Jahr hat oft einfach nur Spaß gemacht, man konnte tausende Erfahrungen sammeln, was einfach klasse ist, und es gibt auch nicht viel was gegen es spricht. So kann ich ein Jahr im Ausland mit voller Überzeugung empfehlen.

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