Stephanie Weise - Austauschland USA

Mein Austauschjahr in Texas war ein einmaliges Erlebnis und ich würde mich jederzeit wieder dafür entscheiden. Ursprünglich hatte ich vor schon nach 5 Monaten zurück nach Deutschland zu kommen, aber schon nach kurzer Zeit beschloss ich, meinen Aufenthalt zu verlängern.

Mit meiner Gastfamilie habe ich mich sehr gut verstanden. Ich wohnte mit meiner Gastschwester Joo aus Südkorea bei einem Ehepaar, die drei erwachsene Kinder haben, und auch schon viele Erfahrungen mit Austauschschülern gesammelt hatten.

Hin und wieder habe ich deutsches Essen für meine Familie gekocht, oder zur Weihnachtszeit auch Plätzchen gebacken. Meine Gastmutter hat sehr abwechslungsreich gekocht, unter anderem auch gerne mexikanisches Essen - da Texas im Süden an Mexiko grenzt, ist Tex-Mex-Food hier sehr beliebt.

Jeden Sonntagmorgen sind wir zur Kirche gegangen und obwohl meine Schwester und ich nicht mitgehen mussten, sind wir freiwillig mitgekommen, unter anderem weil der Zusammenhalt in der kleinen Gemeinde uns sehr gut gefallen hat.

In der Schule habe ich sehr schnell Bekanntschaften geschlossen, aber es hat schon einige Monate gedauert, bis ich einen festen Freundeskreis gefunden hatte. Vor allem meine Wahlfächer, wie z.B. Kochen, Chor, oder auch die Theater-AG, bei der ich mitmachte, haben mir sehr geholfen, meine Mitschüler näher kennen zu lernen.

Mit der Theater-AG führten wir im Januar ein Musical auf, aber die Vorbereitungen dafür begannen schon Monate vorher. Besonders in den letzten Wochen vor der Aufführung gab es viel zu tun und alle Mitwirkenden mussten einen Großteil ihrer Freizeit opfern, damit hinterher alles glatt lief.

Ich hatte nur eine kleine Nebenrolle, doch trotzdem musste ich oft bis spätabends an der Schule bleiben und proben. Die harte Arbeit zahlte sich hinterher aber aus, und unser Musical wurde ein großer Erfolg.

Ein weiteres Highlight meines Austauschjahres war auch der Choir Trip, quasi die Klassenfahrt aller Schüler, die im Chor waren, denn wir flogen für 4 Tage mit 50 Schülern nach New York.

Die Fahrt war hervorragend organisiert und es gab für jeden Tag ein straffes Programm, aber auch immer 1-2 Stunden, in denen wir uns in Gruppen zusammen tun konnten, um auf eigene Faust losziehen. Wir bekamen natürlich viel zu sehen und durften sogar in der berühmten St. Patrick's Cathedral nach der Messe singen. Ich hatte wirklich viel Glück, dass ich bei der Fahrt dabei sein durfte, denn natürlich habe ich auch meine Mitschüler dabei viel besser kennenlernen können.

Ich würde einen Auslandsaufenthalt unbedingt weiter empfehlen, denn wenn man eine andere Kultur und ein anderes Land kennenlernt, erfährt man gleichzeitig auch viel über sich selbst, überdenkt seine Meinung zu vielen verschiedenen Themen und entwickelt sich weiter. Während ich versuchte mich an das neue Leben anzupassen, wurde mir gleichzeitig bewusst, was für mich wichtig ist, und ich konnte den amerikanischen Alltag mit meinem deutschen Alltag vergleichen und Vor- und Nachteile finden.

Dadurch, dass ich so viel Auswahl bei den Schulfächern hatte, konnte ich Dinge ausprobieren, die mich wirklich interessieren, und ich habe eine Idee bekommen, was ich später beruflich machen möchte. Ausserdem bekommt man auch mal eine ganz andere Sicht zum Leben an sich, zu moralischen Werten, der Gesellschaft und internationalem Geschehen zu hören, als man das von zuhause gewohnt ist. 

Mir hat mein Jahr in Texas geholfen die Ansichten von anderen Menschen besser zu verstehen und gleichzeitig habe ich Deutschland bzw. Europa mal aus einem anderen Blickwinkel betrachten können. Darüber hinaus ist es sehr interessant für eine bestimmte Zeit ein völlig anderes Leben zu führen, und bei zuerst fremden Menschen zu wohnen und sie ihm Laufe des Jahres immer besser kennen zu lernen, sodass man am Ende des Jahres gerne noch länger bleiben würde.