High School Australien (Queensland)

Am ersten Abend fragte ich mich, warum ich überhaupt bis ans andere Ende der Welt gereist bin - und dann auch noch ganz alleine. Aber jetzt kann ich sagen, es hat sich voll und ganz gelohnt. Ich wäre am liebsten da geblieben. Meine Gastfamilie war ein absoluter Glückstreffer. Sie haben mich super aufgenommen und mir alles Wichtige gezeigt und beigebracht. Ich war nicht alleine als International Student in der Familie sondern hatte eine Gastschwester aus Italien. Wir haben uns super verstanden und viele Sachen gemeinsam erlebt. Es war echt gut, dass man immer einen hatte mit dem man reden konnte, auch über die Familie, falls es mal nicht so rund lief, was aber eigentlich nie vorkam. Zudem hatte ich zwei süße Hunde, die immer in meinem Bett geschlafen haben.

Die High-School mit Uniform war erst total ungewohnt, aber dann eigentlich total schön. Man wusste jeden Morgen, was man anziehen muss, hatte mehr Zeit und hat sich von den anderen kaum unterschieden. Alle waren gleich. Das hatte echt was Gutes, man ist nicht aufgefallen, außer durch die Sprache und wurde direkt gut aufgenommen. Also High-School war für mich eigentlich keine richtige Schule sondern eher ein Ort um Freunde kennen zu lernen und sich auszutauschen mit den anderen Internationals. Die Schule verglichen mit Deutschland ist viel einfacher und man hat eine ganz andere Fächerauswahl. Du hast nur 6 Fächer und dann gibt es Fächer wie zum Beispiel Marine Studies (Meeresbiologie) und Home Econmics (Nähen, Kochen etc.). An manchen Schulen ist sogar Surfen ein Schulfach. An einem Tag hast du nur 4 Stunden (je 70 min) und die Schule endet um 13.00 Uhr. Danach gehen sehr viele Australier arbeiten oder einfach zum Strand so wie ich es immer gemacht habe.

Es waren auch sehr viele Deutsche vor Ort, wodurch ich dann eine richtig gute Freundin gefunden habe, die auch in Deutschland in meiner Nähe wohnt. Wir haben immer noch guten Kontakt und sehen uns regelmäßig. Mit den sogenannten "Aussies", habe ich mich sehr gut verstanden. Ich habe versucht so viel wie möglich mit ihnen zu unternehmen, um so viel Kontakt wie möglich zu haben. Es hat sich auch gelohnt, ich habe viele australische Freunde gefunden, mit denen ich heute noch Kontakt habe und die sich freuen wenn ich in den Sommerferien wiederkomme. Die Leute sind alle supernett, hilfsbereit und freuen sich wenn man auf sie zu geht.

Ich bin viel herumgekommen. So war ich zum Beispiel mit der Schule in Sydney und auf Fraser Island. Sydney ist die schönste Stadt, die ich jemals gesehen habe. Schon allein das Opernhaus und die Harbour Bridge sind traumhaft schön und dann die Skyline dazu. Ich hatte das Gefühl ich träume bei dem Anblick. Fraser Island ist die größte Sandinsel der Welt und steht auf der Liste der Plätze/Dinge, die man in seinem Leben tun sollte. Und das stimmt. Es ist überall weißer, weicher Sand, türkises Wasser und Schildkröten die herumschwimmen. Eine Landschaft die man mal gesehen haben sollte.

Außerdem bin ich von Adelaide nach Darwin 5.000 km mit dem Bus gefahren, also quasi durch ganz Australien. Dies war auch ein Angebot der Schule bzw. einer Organisation für die Internationals vor Ort. Diese Reise werde ich nie vergessen. Zu guter Letzt bin ich noch alleine nach Cairns zum Great Barrier Reef geflogen. Wir sind dort gemeinsam Schnorcheln gegangen und nach Green Island gefahren. Ach ja, meine Gasteltern haben meine Gastschwester und mich noch einen Tag zur Gold Coast gebracht, nach Surfer Paradise für alle Surfer. Auch wir haben die Chance genutzt und sind da aufs Brett gehüpft.

Surfen - eines der Dinge, die du auch auf jeden Fall in Australien machen solltest. Und die Wellen sind dafür perfekt. Ich habe es dort das erste Mal gemacht, zuerst mit meinem Gastvater und dann mit zwei anderen bei einer Surfschule. Es macht echt Spaß und man kann nicht genug davon bekommen. So etwas gibt es einfach nicht in Deutschland. Auch das Essen ist etwas ganz anderes und du musst echt drauf achten, dass du nicht zu viel zunimmst. Alles in allem ist Australien eigentlich ein Paradies und eines der besten Länder für mich! Die Leute chillen sich durchs Leben und Stress gibt es da nicht. Ich würde es jedem empfehlen, der darüber nachdenkt. Die Erfahrungen die du dort machen kannst sind einfach unglaublich.

Die Reisen, die du machen kannst, wirst du so schnell nicht vergessen. Die Leute und die andere Kultur tun einem zur Abwechslung echt gut. Du kannst einfach mal raus aus deinem Alltag, dich selber orientieren und Abenteuer erleben. Klar kommt es vor, dass du deinen Alltag vermisst, doch das geht ganz schnell wieder weg. Du wirst dort genügend zu tun haben und jeden Tag neue Dinge erleben. Die Zeit geht viel zu schnell um, wenn du am Flughafen sitzt und zurück nach Deutschland fliegst, denkst du, dass es einfach viel zu kurz war und ob das alles gewesen ist. Ich saß heulend am Flughafen und wollte nicht zurück, zurück ins kalte Deutschland, wo die Schule bis 17.00 Uhr nachmittags geht anstatt bis 13.00 Uhr und dann zum Strand. Ich wollte das Leben was ich mir gerade neu aufgebaut habe nicht einfach wieder wegschmeißen und in mein altes Leben zurückkehren. Und ich wollte die Leute, die ich echt lieb gewonnen habe nicht wieder verlassen ohne zu wissen, wann und ob man sie wiedersieht. Man denkt es ist einfach mal was anderes, doch im Endeffekt ist es ein komplett neues Leben, das du nie bereuen wirst. Ich würde es jeder Zeit wieder tun!