High School Kanada (Victoria)

Drei Monate an der weitentfernten kanadischen Westküste -da ich mich relativ kurzfristig für meinen Auslandsaufenthalt entschieden hatte, blieb gar nicht viel Zeit um nervös sein. Ich habe mich einfach nur gefreut und der Tag der Abreise kam dann auch ganz schnell. Schon war ich in Victoria / Kanada gelandet und wurde von meiner Gastmutter vom Flughafen abgeholt. Gleich die ersten Tage waren wirklich schön, ich habe Victoria erkundet und erste Erfahrungen mit meinen Mitmenschen gesammelt. Dann kam der erste Schultag, der leider nicht ganz so gut verlief. Die Schule hatte, wie ich später herausfand einen wohl eher schlechteren Ruf, und ich hatte wirklich nicht das Gefühl das ich dort glücklich werden würde. Kurzum habe ich mich nach einer Woche entschieden die Schule zu wechseln und ging von nun an auf die Mount Douglas Secondary School in Victoria. Dieser Wechsel war überhaupt kein Problem, die Organisation ist voll und ganz auf meine Probleme eingegangen und hat mir geholfen. Ich habe diesen Schritt nie bereut, die Schule war viel offener und freundlicher, man hat sich dort gleich wohl gefühlt. Der Unterricht ist natürlich generell etwas anders als ich Deutschaland, aber man gewönnt sich schnell daran. Auch habe ich dort viele Freunde innerhalb des doch recht kurzen Aufenthalts gefunden - zuerst hat man vor allem etwas mit anderen Austauschschülern gemacht, doch schon bald habe ich auch einheimische Freunde gefunden. Ich habe fast jeden Tag etwas mit ihnen unternommen: wir waren an den vielen zahlreichen Stränden, shoppen, haben zusammen Sport gemacht oder sind einfach durch Downtown geschlendert. Victoria ist eine wirklich schöne Stadt mit vielen Unternehmungsmöglichkeiten. Ich habe auch zwei Ausflüge nach Vancouver unternommen, was nur 90 Minuten mit der Fähre entfernt ist - ebenfalls sehr empfehlenswert. 

Schule, Umgebung, Freunde -alles lief wirklich toll...doch leider kamen nach ca. 5 Wochen Probleme mit meiner Gastfamilie auf. Meine Gastmutter, mit der ich mich eigentlich sehr gut verstand, war schon zwei Wochen zuvor nach Vancouver gefahren. Eigentlich wollte sie schon nach einigen Tagen zurückkommen, tat sie aber nicht. Erreichen konnte ich sie auch nicht. Mein Gastvater war auch den ganzen Tag arbeiten und auch abends fast immer unterwegs, sodass ich fast immer alleine im Haus war und kein Familienleben hatte. Nach 6 Wochen konnte ich diesen Zustand nicht weiter ertragen und habe mich mit meiner Organisation und meiner direkten Ansprechpartnerin in Victoria in Verbindung gesetzt. Beide rieten mir zu einem schnellen Wechsel und innerhalb von 5 Tagen war ich bei meiner neuen Gastfamilie. Das waren nicht immer leichte Erfahrungen, aber auch diesen Schritt habe ich nie bereut, denn ich bin bei einer tollen, offenen und herzlichen Gastfamilie gelandet. Dort hatte ich neben meinen Gasteltern auch noch drei Gastschwestern, eine Gasttante und eine Gastoma. Meine Gastmutter kam ursprünglich aus Kolumbien, dadurch waren wir eine sehr multikulturelle Familie- im besten Sinne. Es war eine große Familie, was ich sehr zu schätzen gelernt habe, sie waren immer für mich da und haben mich unterstützt.

Zusammen haben wir viel unternommen, wir sind oft spazieren gegangen, sie haben mir die tolle und wirklich einzigartige Landschaft Kanadas gezeigt und wenn es ein Fußballspiel der deutschen Nationalmannschaft gab, haben sie es alle zusammen mit mir geguckt. Die letzten 6 Wochen waren dann wirklich schön und ich habe sie sehr genossen. Durch die sehr offenen Menschen habe ich mich sehr schnell eingelebt. Wenn man mich fragt was mir am besten gefallen hat dann war es definitiv meine( zweite )Gastfamilie und meine Freunde - sie haben mich unglaublich herzlich aufgenommen und mit ihnen teile ich viele schöne Momente und Erinnerungen an Kanada.

Ich habe sowohl meine Schule als auch meiner Gastfamilie gewechselt, beides Erfahrungen die nicht immer einfach waren. Aber auch Erfahrungen die ich nicht missen möchte. Nicht nur habe ich dafür eine tolle Schule und eine noch bessere Gastfamilie erlebt, ich bin auch selbstständiger geworden. Und wenn man die positiven und die negativen Erfahrungen miteinander abwägt, dann überwiegen ganz klar die positiven. Jedem, der überlegt diesen Schritt auf ein Abenteuer zu wagen, kann ich nur voll und ganz dazu raten. Man lernt nicht nur die Sprache, die Kultur und das Land kennen. Man lernt auch wunderbare Menschen kennen, mit denen man hoffentlich ein Leben lang in Kontakt stehen wird. Ich kann jedem nur empfehlen nach Victoria zu gehen - eine tolle Stadt, groß genug um genügend Unternehmungsmöglichkeiten zu haben, aber dennoch nicht so groß, dass man sich verloren fühlt. Sie liegt direkt am Meer, hat viele Strände und immer Sommer wird es dort auch tatsächlich warm. Und ich bin auch wirklich froh mich für Advised Studies entschieden zu haben, denn sie haben mich bei meinem Wechsel der Gastfamilie wirklich unterstützt und waren bei Fragen und Problemen immer da.
Ich denke immer noch gerne an meinen Austausch zurück und die Erfahrungen die ich dort sammelte sind unersetzlich und keiner kann sie mir mehr nehmen. Wenn ich noch einmal die Chance hätte würde ich es nicht nur wieder tun, ich würde auch länger als drei Monate bleiben. Also an alle die sich noch unsicher sind: Traut euch, ihr werdet es nicht bereuen. Ich hab es jedenfalls nicht bereut, ganz im Gegenteil.