High School Neuseeland (Nordinsel)

 6 Monate habe ich in Wellington/Neuseeland verbracht. Mitte Juli ging es los und Anfang Januar habe ich mich schon mit meinen Eltern in Auckland getroffen. Von dort sind wir noch knapp 4 Wochen mit einem Wohnmobil auf der Nord – und Südinsel unterwegs gewesen. Wir waren auch 3 Tage in Wellington und haben zusammen mit meiner Gastfamilie und einigen Freundinnen meinen 17. Geburtstag nachmittags am Strand (Januar!!) und abends in einem Restaurante gefeiert. Das war total klasse!! 

Meine allein erziehende Gastmutter und meine Gastschwester waren einfach wunderbar. Sie haben mich von Anfang total nett aufgenommen und ich habe mich sehr wohl gefühlt. Meine Gastmama und ich konnten uns toll unterhalten und waren auf einer Wellenlänge, gleichzeitig hat sie mir unglaublich viel von Neuseeland gezeigt und erklärt. So waren wir z.B. im September bei einer Veranstaltung von WOW = World of Wearable Art. Dort werden Kleider aus allen möglichen Materialien und in allen möglichen Formen vorgeführt. Das gibt es nur in Neuseeland und die Kiwis sind sehr stolz darauf. Deswegen habe ich meine Eltern auch überreden können, später mit mir in das WOW Museum in Nelson auf der Südinsel zu fahren, wo ich einige Kleider wieder sehen konnte, die im September in Wellington vorgeführt wurden. Außerdem war ich mit meiner Gastmama in einem Museum „Weta Cave“, wo Requisiten von einigen Filmen (Herr der Ringe Trilogie, King Kong) gezeigt werden und man in einem Film wirklich tolle Spezialeffekte bewundern kann. 

Mit meiner 1 Jahr jüngeren Gastschwester habe ich mich auch gut verstanden, obwohl wir nicht unbedingt beste Freundinnen geworden sind. Trotzdem war das Zusammenleben kein Problem und wir haben auch manchmal etwas zusammen unternommen. 

In der Schule habe ich nach ein paar Wochen ein paar sehr gute Freundinnen gefunden, mit denen ich sicherlich auch noch für längere Zeit Kontakt haben werde. Wir haben uns oft an der Waterfront getroffen, von wo aus man shoppen oder ins Cafe gehen kann oder aber den riesigen Museumskomplex „Te Papa“ besuchen kann, wo die meisten Ausstellungen umsonst sind. Die Schule insgesamt war ganz anders als in Deutschland, viel länger, dafür aber weniger Fächer, die man alle selber wählen durfte - darunter auch sehr interessante Fächer wie Photography oder Fashion&Design. Die Lehrer waren alle sehr nett und hilfsbereit und nach einiger Zeit war auch Mathe auf Englisch kein Problem mehr. Außerdem waren alle exchange students mit der Schule Ende November segeln, Kajak fahren und Schafe treiben - alles rund um Wellington – auch sehr interessant. 

Neuseeland würde ich jederzeit wieder besuchen und dafür auch den langen Flug in Kauf nehmen. Neuseeland ist einfach ein wunderschönes Land, in dem man sehr gut entspannen und wundervolle Sachen erleben und sehen kann, die man nirgendwo anders haben kann. Wellington ist für mich die schönste Stadt von Neuseeland, weil man gleichzeitig das Großstadtfeeling mit einer großartigen (nicht nur) Café Kultur hat aber auch gleichzeitig in 10 - 20 Minuten (zu Fuß!!) an wunderschönen ruhigen Sandstränden sein kann. 

Auf jeden Fall würde ich einen Austausch weiterempfehlen, da man - egal in welchem Land - viele gute Erfahrungen machen kann. Man lernt einfach unglaublich viel dazu. Dabei meine ich jetzt nicht nur die Landessprache, sondern auch über andere Länder und Sitten hinaus und auch vor allem über sich selbst. Da man am Anfang des Aufenthaltes eigentlich keinen kennt, muss man sich viel mit sich selbst beschäftigen und die Stärke und das Selbstvertrauen entwickeln, um sich durch die ersten Wochen zu schlagen. Auch das Verabschieden von seinem Heimatland und später vom Austauschland ist nicht gerade einfach und stärkt den Charakter. Diese Erfahrung kann man meist auch nur einmal in seinem Leben machen. Ich glaube, dass dieser Austausch eine meiner besten Entscheidungen meines Lebens gewesen ist. Man lernt nicht nur viel über sich selbst sondern auch wundervolle Freunde kennen und bekommt eine zweite Familie, mit der man höchstwahrscheinlich noch lange Kontakt haben wird.