High School USA (Kalifornien)

Als ich Ende August letzten Jahres zum ersten Mal den "Golden State" betrat, hatte ich noch keine Vorstellung davon, wie schwer es sein würde, diesen wieder zu verlassen.
Ich fand mich in New Adelanto wieder, einem Ort in der High Desert, was ich gleich am ersten Tag zu spüren bekam. Über 40 Grad, und daran sollte sich auch in den nächsten Wochen nichts ändern. Meine Gastfamilie nahm mich freundlich auf und ich wurde bereits innerhalb der ersten Woche der gesamten Verwandtschaft vorgestellt. Nachdem ich den Jetlag auskuriert hatte, wurde ich an der Silverado High School angemeldet. Ich hatte nur 6 verschiedene Fächer, von denen ich einige, aus ingesamt über 30 möglichen, frei wählen durfte.

Schon in der ersten Woche schwappte mir die geballte Ladung amerikanische Lebensfreude entgegen. Ich machte relativ schnell viele Bekanntschaften, da ich Fußball spielte und dieser and der SHS einen hohen Stellenwert einnahm. 

Leider verschlechterte sich das Verhältnis zu meiner Gastfamilie mit der Zeit. Es störte mich dass fast ausschliesslich Spanisch gesprochen wurde, ich verstand aber natürlich dass dies Teil ihrer Kultur war und respektierte es. Mir ist von allen Seiten immer mit Offenheit und Toleranz begegnet worden, und mit der Zeit begann auch ich nach diesen Maximen zu handeln. Trotzdem hielt ich Ausschau nach einer Möglichkeit die Gastfamilie zu wechseln, aber erst nach ca. 7 Monaten war es mir möglich umzuziehen.

 

Ich zog zu einem netten Herrn und meine verbleibende Zeit gestalteten sich wie ein nie enden wollender Urlaub. Mit mir wohnten Anh Duc (Vietnam) und Allen (Taiwan). Sie hatten sehr schlechte Erfahrungen mit ihrer ersten Gastfamilie gemacht, weshalb sich unser Gastvater mächtig ins Zeug legte, um ihren Aufenthalt zu einem positiven Abschluss zu führen. Wir unternahmen Ausflüge nach San Diego, Los Angeles, San Fransisco, sogar bis hin zum Grand Canyon und saugten den "Ámerican Way of Life" in uns auf.

Aus Dankbarkeit übernahmen wir viele Arbeiten, die in und ums Haus herum anfielen. So fütterte ich täglich die Pferde, die mein Gastvater besaß und mistete am Wochenende die Koppeln aus.

In der Schule lief weiterhin alles gut, besonders das herzliche Verhältnis zu meinen Lehrern gefiel mir. Seit der ersten Woche an gaben wir uns zur Begrüßung Umarmungen, und es war allgemein einfacher auf dieser Ebene mit ihnen zu kommunizieren. So neigte sich mein Aufenthalt dem Ende zu. Gerne wäre ich noch länger geblieben, aber jedes Visum läuft einmal aus.