High School USA (New Jersey)

Natürlich war ich sehr aufgeregt meine Gastfamilie zu treffen, bei der ich dann schließlich ein halbes Jahr wohnen und leben sollte.
Doch der Empfang war schon so herzlich, dass es selbstverständlich war das wir sehr gut miteinander auskommen würden.
Ich lebte mit beiden Eltern und einer 17-jährigen Tochter, die aber schulisch sehr viel zu tun hatte. Dennoch hatten wir viele kleine Scherze und haben so viel wie möglich gzusammen gemacht. Außerdem hatte ich noch eine Südkoreanerin in meinem Alter als 15 Jahre im Haus.
Da ich nur eine Stunde von New York entfernt wohnte, haben wir dort auch ab und zu ein paar Tage verbracht. Es war ein unglaubliches Gefühl im Big Apple drin zu stehen und ich wurde wegen reichlichen Insider-Tipps, auch an die besten Orte geführt. Ebenfalls hatte ich die Möglichkeit nach Washington D.C. zu fahren und mir die Hauptstadt der USA mal genauer anzusehen.
Unglücklicher Weise war meine Stadt von dem Hurrican "Sandy" ebenfalls betroffen, wenn auch nur schwach. Es war eine etwas andere Erfahrung eine Woche lang im Haus zu sitzen ohne Strom, Wärme, oder ähnliche Elektrizität.
Ich habe mich sehr schnell eingelebt und es war auch kein Problem für mich mit der Sprache einzusetzen.

Ich besuchte eine kleine christliche Schule die "Lehigh Valley Christian High School" in Allentown, Pennsylvania. Ich selber wohnte eine halbe Stunde von der Schule entfernt in Philipsburg, New Jersey. Auch in der Schule habe ich schnell anschluss gefunden und reichlich Freunde gefunden. Alle waren sehr interessiert an mir und meiner Kultur, und auch ich konnte ihnen etwas über meine Kultur beibringen, wie z.B. dass wir eine Autobahn mit größtenteils unbeschränkter Geschwindigkeitsangabe habe oder wir mit einem Füller in der Schule schreiben müssen.
Die größte Umstellung für mich war die neuen weiten Entfernungen. Ich war es gewohnt meine Freunde oder die Stadt mit dem Fahrrad oder Bus zu erreichen. Doch hier war ich auf das Auto von meiner Gastfamilie angewiesen. Ich hatte zwischenzeitlich ein schlechtes Gewissen, dass ich nicht selbstständig was erledigen konnte und immer meine Familie fragen musste, doch für sie war es Alltag und keine große Ursache.
Meine Schule bot im Herbst Volleyball als Sport an und da ich selber spiele habe ich direkt am 2. Tag meiner Ankunft an den Try-outs teilgenommen. Ich muss sagen es hilft einem schon sehr viel ein paar Freunde vor dem Schulbeginn zu kennen. Außerdem hatten wir viel Training und viele Spiele unter der Woche nach denen wir zusammen Essen gegangen sind. Das hat mir auch ein Gefühl von Dazuhörigkeit gegeben.

Meine Familie war christlich udn wir haben auch vor dem Abendessen gebetet, was für mich ungewöhnlich war da ich zwar Christ bin, aber nicht wirklich aktiv. Somit besuchten wir auch jeden Sonntag die Messe und eine "sunday school" bei dem Jugendliche etwas über die Bibel lernen. Ich muss sagen es hat mir sehr Spaß gemacht, obwohl ich eher nicht so viel damit zu tun habe. Ich empfehle es jedem wenigstens ein Mal in die Kirche zu gehen, da es total anders und auch lauter ist als wir es in Deutschland gewohnt sind.
Der Abschied fiel mir sehr schwer da ich schnell sehr enge Freundschaften geknüpft habe, aber es hat meine Freunde, Familie und mich auch sehr getröstet, dass ich im Sommer sie alle besuchen werde. Es war eine sehr schöne Zeit für mich und würde es auch wieder machen.
empfehlung:
Ich würde es jedem empfehlen einen Auslandsaufenthalt zu machen, da man einerseits sehr viele neue Freundschaften knüpft, die man auch noch länger hält, sowohl als auch die sprachlichen Kenntnisse sich erheblich verbessen.
Nun kann ich mich in meinem Englisch-Unterricht jeder Zeit melden und habe immer die richtigen Wörter zur Auswahl. 
Es hilft auch sehr zu lernen, selbstständiger zu werden. Zum Beispiel musste ich nun selbst Sachen in die Hand nehmen wie schulische Angelegenheiten zu klären.
Natürlich hat man jetzt auch einen besseren Einblick auf die Kultur eines neuen Landes und auf die Menschen. Es war sehr interessant etwas zu erfahren was man bei einem normalem Urlaub nicht mitbekommen hätte, wie zum Beispiel dass die Amerikaner eher weniger mit dem Messer essen als mit der Gabel.
Ich war vorher schon selbstbewusst, aber dieser Aufenthalt hat mir auch nochmal einen richtigen Schub gegeben und ich habe wirklich keine Hemmungen mehr irgendjemanden irgendetwas zu fragen.
es ist auf jeden Fall keine Zeitverschwendung, und man genießt die Zeit sehr, da es einfach Mal eine andere Erfahrung ist. 
Ich kann es nur jedem empfehlen.