Internat LVS Ascot Großbritannien (Ascot Berkshire) - 6 1/2 Monate

Vor meinem Auslandsaufenthalt war ich noch nie in einem Internat gewesen und ich hatte überhaupt keine Vorstellungen davon, wie es werden würde. Als ich ankam jedoch, wusste ich schon, dass ich es dort lieben würde, da alle unglaublich freundlich und offen mir gegenüber waren. Zudem war ich nicht die einzige, die in der Schule (LVS Ascot) einen Auslandsaufenthalt machte und neu ankam, also war es für mich relativ leicht Freunde zu finden. Schon nach ein paar Tagen, hatte ich richtig gute Freunde gefunden, mit denen ich viel Spaß hatte und die mir das Schulgelände gezeigt haben.

Ich weiß noch genau wie es war, als ich meine jetzt besten Freunde dort getroffen habe. Es war der erste Abend da und wir grillten und weil ich noch niemanden wirklich kannte und ein wenig zu schüchtern war mich einfach irgendwo dazu zu setzen, saß ich etwas abseits. Dann kam jedoch relativ schnell eine der Vertrauensschülerinnen, Anastasiia, zu mir und fragte mich, ob ich mich nicht zu ihr und ihren Freunden setzen wolle. Für sie war es, wie ich später herausfand, das zweite Jahr in LVS und als sie gerade neu an die Schule gekommen war, ging es ihr genau wie mir. Nun saß ich zwar immer noch etwas schüchtern da, aber zumindest war ich nicht mehr allein und außerdem band Ana mich auch etwas in die Unterhaltungen mit ein. Zudem stellte sie mich dann auch ihren Freunden vor und später kamen noch die anderen Schüler dazu (Schüler, die neu an das Internat kommen, sowie die Vertrauensschüler, müssen früher als die, die nicht mehr neu sind, ankommen). Einer von ihnen war Tom, auch ein guter Freund von Ana. Er stellte sich mir vor und war mir gleich sympathisch. Wir unterhielten uns und verstanden uns da schon super. Als wir dann später zurück zum Boarding Haus gingen, kam plötzlich ein Mädchen von hinten angerannt und kurz danach rannten wir alle, bis wir uns auf der Wiese vor dem Haus fallen ließen. Das war Demi. Sie ist immer voller Energie und eigentlich immer gut drauf.
Und das waren sie, meine besten Freunde im Boarding: Tom, Ana und Demi.

Alles in der Schule wurde von Minute zu Minute besser! Die Lehrer waren gut und nahmen etwas Rücksicht auf mich, weil ich mit den Fachbegriffen im Englischen noch nicht so vertraut war (ich meine wer macht schon freiwillig Physik und Mathe als Hobby zuhause auf Englisch?), schon nach ca. einer Woche, fand ich mich allein auf dem Schulgelände zurecht, ich wurde durch Demi und Tom schnell in einer Freundesgruppe auch unter den sogenannten 'Day students' eingebunden, kam mit der Sprache immer besser zurecht und außerdem machte mir Schule endlich mal richtig Spaß!
Noch etwas, was ich unglaublich toll fand, waren die Schulfächer, die ich dort hatte. Wir hatten Psychologie, was ich an meiner Schule hier in Deutschland nie haben könnte, mir aber riesigen Spaß gemacht hat und womit ich mich auch jetzt noch befasse; Drama, was wirklich witzig und erstaunlich interessant war (außerdem mochte ich Schauspielen schon immer); Media Studies, Food Technology und einiges mehr!

Von Tag zu Tag fand ich immer mehr gute Freunde und kam im Unterricht irgendwann super zurecht. Ich merkte sogar selbst, wie mein Englisch Stück für Stück besser wurde und es fühlte sich an, als würde ich fast täglich etwas über England lernen.
Doch es war nicht nur so, dass nur ich etwas gelernt hätte. Viele sprachen mich darauf an, wie die Schule denn in Deutschland wäre und fragten mich nach der Sprache. Ich muss sagen, es war um einiges anders als die Schule hier in Deutschland. In einem Internat zu leben ist ziemlich strukturiert und der Tag ist ziemlich durchgeplant, aber es macht auch einen riesigen Spaß. Es ist, als würde man mit seinen Freunden zusammen leben, weil man im Prinzip genau das tut. Alle halten zusammen und es ist wirklich witzig. Auch die Lehrer in LVS hatten Humor! Wir haben viele Ausflüge gemacht und ich habe einiges von England gesehen.

Wenn ich auf all das, was ich erlebt, gelernt und kennengelernt habe blicke und an all die guten Freunde denke, mit denen ich auch jetzt noch Kontakt habe, dann kann ich sagen, dass ich einen Auslandsaufenthalt auf jeden Fall weiterempfehle! Es macht einfach so viel Spaß, etwas neues kennenzulernen und wenn man offen auf die Leute und die Kultur zugeht, wird man auch nur selten abgewiesen.
Zudem finde ich, man sieht alles in dem Land aus dem man kommt etwas differenzierter, ohne zu vergessen, wie gern man es hat. Schon allein für diesen neuen Blickwinkel denke ich lohnt es sich zu reisen.
Wenn man gerne reist und gerne mehr von der Welt sehen möchte, als das, was man von seinem Fenster aus sieht, dann sollte man auch in dem Land leben, dass man kennenlernen möchte. Auslandsaufenthalte sind meines Erachtens nach die Beste Gelegenheit so etwas zu tun.
Meine Zeit in England war eine der besten Erfahrungen, die ich je gemacht habe und ich rate jedem, der auch nur leichtes Interesse für so etwas hat, es auf jeden Fall zu tun!