Sprachreise Kanada (Burnaby Central School)

Schon lange hatte ich den Traum und Wunsch einmal ins Ausland zu gehen um fremde Kulturen kennenzulernen, aber auch einfach zu sehen, wie es ist auf sich alleine gestellt zu sein.
Als dann meine Pläne anfangs des neunten Schuljahres konkreter wurden beschloss ich mich für ein halbes Jahr ins ferne Kanada, Vancouver anzumelden. Am 27. August ging es dann endlich (nach der ganzen Vorbereitung und viiiieeeel zu langer Wartezeit, wie es mir vorgekommen ist) los und ich erinnere mich noch an die Verabschiedung von meinen Eltern am Frankfurter Flughafen, die aus einer Mischung von Trauer und Vorfreude verlief um mich dann auf den Weg in Richtung Kanada zu machen!
Nach einem angenehmen Flug inklusive weicher Landung im Vancouver YVR Flughafen wurde ich von einer Freundin meiner Gastfamilie abgeholt um mich zu eben dieser zu bringen. Meine Gastfamilie bestand aus meiner Gastmutter, Rosemary, einem Gastbruder, welcher aber die größte Zeit in Schottland studiert hat und meiner italienischen Gastschwester Chiara, mit der ich mich von Anfang an gut verstanden habe.

Als Gastfamilie haben wir einige Sachen unternommen, waren in den Usa, Nanaimo oder Ski fahren. Auch wenn sich das jetzt nach nicht so viel anhört, war meine Gastmutter super. Sie hat alles ganz entspannt genommen, sich aber trotzdem um uns gekümmert und hatte immer ein offenes Ohr für Sorgen, sie war eher wie eine coole Tante, als wie eine Mutter. Chiara, meine Gastschwester, ist mit der Zeit zu meiner besten Freundin geworden. Die ganze Zeit über haben wir fast alles zusammen gemacht und diese Erfahrungen haben uns zusammen geschweißt, sie war wie eine große Schwester für mich und ich bin froh sie getroffen zu haben.

Mit den Freunden unserer Gastmutter, welche auch Internationals hatten, sind wir in den ersten Wochen häufig wandern gegangen und haben auch ansonsten die Gegend erkundigt, was ganz praktisch war, da wir am Anfang noch nicht so viele Leute kannten und deswegen auch nicht so viel anzufangen wussten.

In der ersten Woche hatten wir Orientierungswoche, das hieß, dass wir andere Internationals von unserer Schule kennengelernt haben, einige Tests hatten für die Einstufung unserer Englischkenntnisse, unsere Fächer gewählt haben, unseren Stundenplan bekommen haben und auch einige Besichtigungstouren unternommen haben. Als dann die Schule aber anfing, ging es richtig los. Ich war zusammen mit meiner Gastschwester auf der Burnaby Central Secondary Highschool, sie in Grade 12, ich in Grade 11. Das war sehr schön, da ich dann auch schon mal einen Anhaltspunkt an meiner neuen Schule hatte. Die fand ich eigentlich sehr schön und war auch sehr zufrieden mit ihr. Das Gebäude war in diesem Jahr neu errichtet worden, sodass ich auf eine nigelnagelneue Schule ging. Die Ausstattung war der Wahnsinn und wenn ich Probleme hatte, wusste ich immer eine Anlaufstelle zu finden. Überhaupt waren die Lehrer meiner Meinung nach netter und persönlicher als die meisten deutschen Lehrer, man konnte sich mit ihnen über alles mögliche unterhalten. Ich hatte Cooking, Englisch, Math und Family Studies, das war eigentlich ganz in Ordnung, der Unterricht war jetzt nicht so super anspruchsvoll, aber deswegen geht man ja auch nicht nach Kanada.

Ich fand es anfangs ein wenig schwierig Freunde, abgesehen von Internationals zu finden, da man dort wirklich nichts Besonderes mehr ist (an meiner Schule gab es ungefähr 200 Internationals) aber nach ein, zwei Monaten lernt man die Leute in seinem Kurs immer besser kennen und es entwickeln sich Freundschaften. Man muss die Lage einfach
entspannt sehen und besonders auf die Kanadier von sich aus zugehen, die meisten sind dann super nett und es entwickeln sich schnell Freundschaften. Auch an schulinternen Vereinen oder Clubs mitzumachen hat mir geholfen.
Mit der Zeit habe ich dann meine eigenen Freundeskreis gefunden, der aus Internationals sowie aus Kanadiern bestand, sowie meiner Gastschwester natürlich. Wir waren ein bunt gemischter Haufen aus verschiedensten Nationen und Kulturen und genau das hat uns ausgemacht und die vielen Momente, die wir geteilt haben, aber auch die Unterschiede
untereinander haben uns zu wahren Freunden werden lassen. Gemeinsam haben dann wir Vancouver und Umgebung erkundet, waren am Strand, im Winter Skifahren, Museen, Vancouver Lookout..., oder haben einfach in der Shoppingmall in Burnaby (nebenbei die zweitgrößte in BC) die Zeit während der „Regenzeit“ verbracht. Eine Sache, die viele nämlich nicht wissen, ist, dass es in Vancouver zur Hälfte der Zeit, oder sogar noch öfter regnet!

Doch ansonsten ist Burnaby einfach nur wunder, wunderschön! Man kann fast die ganze Zeit die Berge bewundern, es gibt tolle Seen, es liegt nah an der Genze zu den USA, sowie am Pazific, die Luft ist reiner, es ist einfach die perfekte Wahl, da sie einen Mix aus Citylife (Vancouver ist nur zwanzig Minuten mit dem Skytrain entfernt), aber auch die Natur kommt nicht zu kurz mit den vielen Bergen. Ich war mit einer Reisegruppe auch für ein paar Tage in den Rocky Mounains und die Schönheit dieser Berge, dieser Landschaft, dieser Natur werde ich NIE vergessen, es war einer der Höhepunkte in Kanada.

Ich habe allgemein so, so, so, so viele Erfahrungen gesammelt, nicht nur über die kanadische Kultur auch über viele andere. Natürlich habe ich auch mein Englisch verbessert und obwohl es anfangs einer der Hauptgründe war nach Kanada zu gehen, ist es am Ende stark in den Hintergrund gerückt, weil die sonstigen Erlebnisse dies einfach überschatten. Ich habe mich dort selbst mehr entwickeln können, bin selbstständiger und selbstbewusster geworden, in Kanada habe ich eine Menge über mich selbst gelernt. Ich kann diese Erfahrung jedem empfehlen, der ein wenig abenteuerlustig, offen und neugierig ist, mehr braucht man gar nicht!